Meeresschutz ist machbar!

Kostenfreies E-Book „Zum Zustand der Meere – praktische Tipps zum aktiven Meeresschutz“ als Download!

  • Überblick zur Situation der Weltmeere
  • Ozeane, die im Plastikmüll versinken
  • Konventionelle Landwirtschaft, die die Küstengewässer vergiftet
  • Industrielle Fischerei, die das Leben in den Meeren vernichtet
  • Umweltschutz im Urlaub: Plastikmüll vermeiden, Meerestiere retten und viele andere Tipps für besseren Meeresschutz

Herunterladen

Ohne Meer kein Leben!

Die Ozeane sind der größte Lebensraum unseres Planeten. Ihre weitgehend unerforschte Artenvielfalt ist überwältigend – noch. Sie sind essenziell für die Versorgung von Milliarden Menschen mit wertvollem Fischprotein und haben entscheidenden Anteil an der Stabilisierung des Weltklimas. Und doch setzen wir ihnen unerbittlich zu, beuten ihre Ressourcen gnadenlos aus. Bereits jetzt sind 80 Prozent der weltweiten Fischbestände bis an die Grenzen be- oder überfischt. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte mehr Plastikmüll als Fisch in den Ozeanen sein. Neben dringend notwendigen politischen Maßnahmen auf internationaler Ebene kann jeder Einzelne etwas zum Meeresschutz beitragen. Umweltschutz geht auch im Urlaub: Zum Beispiel Abfälle sauber trennen, damit sie recycelt werden, bei einer Strandsäuberung mitmachen, Plastikmüll vermeiden. Jeder kann den Meeren helfen!

Das E-Book konzentriert sich auf den Meeresschutz in der Nord- und Ostsee, den beliebten Urlaubsregionen für jährlich Millionen Erholungsuchende und wirtschaftlich stark genutzten deutschen Meeren.



Überfischung der Meere

Fischerei kontra Meeresschutz

Industrielle Fischerei ist ein Milliardengeschäft und die mit Abstand größte Bedrohung für das Leben in den Ozeanen. Immer mehr Fangboote jagen nach immer weniger Fisch, seit einigen Jahren auch in der Tiefsee. Weltweit dürften es mehr als 3,2 Millionen Fischkutter und Fischverarbeitungstrawler, auf denen der Fang gleich an Bord verarbeitet und eingefroren wird, sein. Der hauptsächliche Überfischungsdruck geht jedoch nur von einem Prozent der Trawler aus: 35.000 Industrieschiffe fangen über die Hälfte der weltweiten jährlichen Fangmenge im Meer und 80 Prozent des gehandelten Fischs, plündern die Fanggründe der Entwicklungs- und Schwellenländer, treiben Menschen in die Armut. Mehrere Hunderttausend Wale und Delfine sterben jedes Jahr in den Netzen der Fangflotten der Industrienationen. Weitgehend unbemerkt, undokumentiert und ungezählt.

In Asien wird mit 74 % weltweit der meiste Fisch gefangen. Illegale Fischerei oder Piratenfischerei ist ein lohnendes Geschäft. Beim sogenannten „transshipment“, dem Umladen des Fangs auf Kühlschiffe auf hoher See, gelangt die illegale Ware in den legalen Handel. Nach Schätzungen der EU-Kommission kommen etwa 15 % der weltweiten Fänge aus illegaler Fischerei.

Katastrophal ist auch das Ausmaß der jährlichen Verschwendung an wertvollem Fisch: Im Durchschnitt werden 23 % aller Fänge oder ca. 1,7 Millionen Tonnen Fisch sterbend wieder ins Meer zurückgeworfen: der Beifang.

Im E-Book werden Möglichkeiten vorgestellt, wie man sich beim Einkauf von Fisch für den Meeresschutz einsetzen und dem Leben in den Ozeanen helfen kann. Selbstversorger können ganz auf den Fischeinkauf verzichten. Angler fangen selektiv, ohne Beifang oder Schädigung des Meeresbodens. Zum Angeln in Dänemark bieten sich die Gegenden um Hvide Sande und Skive mit ihren vielen Angelplätzen und vielen verschiedenen Fischarten an.



Plastikmüll an den Stränden

Plastikmüll – der Fluch der Ozeane

30 Plastiktüten im Magen eines vor Norwegen gefundenen Cuvier-Schnabelwals – ganze vier Kilogramm – hatten sich im Inneren des Tiers verknotet. Der Wal hatte keine Überlebenschance. Manchmal reicht auch eine verschluckte Plastiktüte. Wie bei dem Seiwal, der im Januar 2019 an einem Strand von North Carolina angespült wurde. Plastikmüll ist tödlich. 94 Prozent der an der Nordsee tot aufgefundenen Eissturmvögel haben Kunststoffe im Magen. Unzählige Meerestiere verheddern sich in Plastikmüll, verwechseln ihn mit Nahrung und verhungern mit gefülltem Magen. Nur ist der voller unverdaulicher Plastikteile. Unsere Ozeane drohen am Plastikmüll zu ersticken!

Rund drei Viertel des Mülls im Meer bestehen mittlerweile aus Plastik. Das meiste davon, etwa 70 Prozent, sinkt auf den Meeresboden. Der Rest sammelt sich in Meeresströmungen zu teilweise gigantischen Müllteppichen. Die zwischen der Westküste der USA und Hawaii im Uhrzeigersinn an der Meeresoberfläche zirkulierende Plastikmülldeponie – auch „Great Pacific Garbage Patch“ (großer pazifischer Müllteppich) genannt – ist so groß wie Zentraleuropa.

Und irgendwann landet der ganze Müll dann wieder bei uns. Durch UV-Einstrahlung, aggressives Salzwasser, Temperaturschwankungen und mechanische Zerkleinerung wird Plastikmüll in den Meeren in kleinste Fragmente zermahlen: das sogenannte Mikroplastik. Es reichert sich an im Nahrungsnetz vom Plankton bis zum Speisefisch, und so bekommen wir wieder zurück, was wir einst in die Meere gekippt haben. Im Oktober 2018 konnten österreichische Wissenschaftler erstmals Mikroplastik im menschlichen Körper nachweisen. Welche Schäden vom Plastikmüll in unserem Organismus ausgehen, ist unbekannt – noch.

Wer Plastikmüll im Alltag vermeidet oder ihn in Recycling-Sammelstationen abgibt, betreibt aktiven Meeresschutz und hilft Meerestieren. Das ist oft einfacher, als man denkt. Im E-Book werden Meeresschutz-Tipps vorgestellt, wie man auch im Urlaub dem „Fluch der Ozeane“ erfolgreich den Kampf ansagen kann. Wer z.B. auf Rømø (Dänemark) seinen Urlaub verbringt, kann auch an „Meeresmülltouren“ teilnehmen. Diese werden vom Naturcenter Tonnisgard auf Rømø organisiert. Als Dankeschön für Engagement und fleißiges Müllsammeln gibt es anschließend für alle Tee und Kaffee.



Mehr Umweltschutz für saubere Strände

Umweltschutz ist Meeresschutz!

Unter dem Motto „Wir haben es satt“ protestieren Zehntausende Menschen regelmäßig gegen die hochsubventionierte industrielle Landwirtschaft. Sie setzen sich ein gegen Agrarfabriken, Massentierhaltung, Artensterben, Glyphosat verseuchte Felder und kämpfen für kleinbäuerliche Landwirtschaft. Was das alles mit Meeresschutz zu tun hat? Sehr viel. Umweltschutz ist auch gelebter Meeresschutz. Die industrialisierte konventionelle Landwirtschaft versorgt uns nicht nur mit ungesunder Nahrung. Sie ist auch Hauptverursacher von dramatischen Verlusten an Artenvielfalt an Land UND in den Meeren!

Tonnenweise werden jedes Jahr Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor aus Abwässern und Gülle der industrialisierten Landwirtschaft von Feldern und über Flüsse ins Meer gespült. Dort lösen sie Algenblüten aus. Die auch Algenpest genannte massenhafte Vermehrung der winzigen Organismen führt zu sauerstoffarmen Todeszonen, wie man sie aus der Ostsee kennt. Einige Arten dieser Winzlinge können auch für Menschen gefährliche Nervengase bilden. Wie an der Küste von Florida. Dort nennt man das „Red Tide“. Die Algenpest tötet alle Meerestiere: Delfine, Fische, Seekühe, Haie und Seevögel.

Wer auf Bio-Lebensmittel setzt, hilft durch gesunde Nahrung nicht nur seiner eigenen Gesundheit. Neben einem sinnvollen Beitrag zum Umweltschutz bedeuten weniger Produkte aus intensiver Landwirtschaft auch weniger schädliche Nährstoffe im Meer und sorgen für gesündere Meere. Vergleichbar einfach ist das in Dänemark. Statt des Öko-Siegel-Wirrwarrs, das man aus Deutschland kennt, gibt es dort neben dem EU Bio-Siegel nur das staatlich kontrollierte rote Ø-Siegel (für Økologie).

Im E-Book werden die Folgen der industriellen Landwirtschaft für die Meere erklärt und Tipps vorgestellt, wie man auch im Urlaub Umweltschutz und Meeresschutz kombinieren kann.



Autor

Ulrich Karlowski

Ulrich Karlowski ist Diplom-Biologe und freier Wissenschaftsjournalist. Er arbeitet seit über zwanzig Jahren für verschiedene Tier- und Naturschutzorganisationen mit den Schwerpunkten Delfin- und Meeresschutz. Er ist Mitgründer der Bürgerstiftung Deutsche Stiftung Meeresschutz (DSM). Besondere „Steckenpferde“ sind Sozialverhalten und kognitive Fähigkeiten nicht menschlicher Lebewesen und die Anerkennung von Persönlichkeitsrechten für „nicht menschliche Personen“ wie Delfinen, Menschenaffen, Oktopussen oder Vögeln.

 

Interviewpartner

Pia Klemp

Pia Klemp arbeitet seit vielen Jahren im Meeresschutz – zur See und an Land. Neben ihrem Einsatz auf dem Meer, z.B. zum Unterbinden des illegalen Walfangs im Südpolarmeer oder dem Entfernen illegaler Fischereinetze im Golf von Kalifornien, kämpft sie seit 2015 mit dem Verein Aquascope e.V. gegen den Raubbau an den Meeren und ihrer Bewohner.